Presseerklärung der Solinger Naturschutzvereine zur veränderten Bauleitplanung des Gewerbegebietes Fürkeltrath I

Mit großer Ablehnung reagieren die 3 Solinger Naturschutzvereine BUND, NABU und RBN auf die geplanten Veränderungen der Bauleitplanung für das Gewerbegebiet Fürkeltrath I.

Schon bei der Aufstellung des Gebietsentwicklungsplans haben wie daraufhingewiesen, dass die entlang des Ittertals geplanten Gewerbegebiete (Keusenhof, Monhofer Feld, Fürkeltrath I und II, Piepersberg) eine starke Verengung des auch überregional bedeutsamen Grünzugs entlang der Itter darstellen. Dieser Grünzug verbindet die Rheinebene mit den Waldgebieten von Burgholz. Die Einengung  stellt  ein großes Problem für die Tier- und Pflanzenwelt dar, die auf durchgehende Verbindungen zwischen den verschiedenen Landschaftsbereichen angewiesen ist, z.B. als Wanderrouten oder um verschiedene kleine Tier- und Pflanzenpopulationen in ökologisch notwendiger Größe zu verbinden.

Auch klimatische Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen, wenn eine im Klimagutachten ausgewiesene Kaltluftschneise unterbrochen wird. Dies wird durch die neue Planung noch verschärft, da nach dieser Planung in Fürkeltrath das Gebäude  30m hoch und   mehr als 200m    lang wie ein Querriegel in die Landschaft gesetzt werden soll.

Besonders bedenklich ist für uns die veränderte Form der vorgesehenen Nutzung, die ausgerechnet einen Galvanikbetrieb vorsieht, der nach dem jetzt gültigen Bebauungsplan ausgeschlossen wurde. Der geplante Galvanikbetrieb besitzt  aufgrund der zu erwartenden Emissionen und der vorgesehenen Nähe von nur 50 bis 70m zur nächstgelegenen Wohnbebauung ein  großes Gesundheits-Gefährdungspotential durch hochgiftige Chemikalien, u.a. Schwermetalle, für die betroffenen Anwohner und Anwohnerinnen. Selbst wenn im Normalbetrieb die Emissionen von Schadstoffen begrenzt sind, so lassen sich Störfälle durch menschliches oder technisches Versagen nicht ausschließen; dies belegen viele Unfälle in Chemiebetrieben oder im vorigen Jahr auch in einer Galvanik in Solingen. Völlig unverständlich ist, warum dabei der neue Abstandserlass für NRW nicht angewandt wird, der Abstände für Galvanikbetriebe von wenigstens 300m zur Wohnbebauung vorsieht. Auch eine  Gewässerbelastung ist nicht auszuschließen, denn  das Gebiet der Bauleitplanung liegt genau im Einzugsbereich der Quelle des Holzer Baches. Bei einem Störfall, etwa einem Brand, wie es ihn vor einiger Zeit z.B.am Morsbach gab, ist durch die giftigen Chemikalien, die in der Galvanik verwendet werden, mit schwerwiegenden Störungen der Lebewesen im Ökosystem des Baches zu rechnen.

Für uns als Naturschutzverbände auch nicht hinzunehmen ist die Gefährdung der Existenz von 3 Bio-Bauern in unmittelbarer Umgebung der geplanten Anlage. Schon jetzt fordert der Anbauverband verschärfte Kontrollen, wenn der Galvanik-Betrieb gebaut wird. Die für den Naturraum so wichtige naturverträgliche Anbaumethode wird so an diesem Standort eingeschränkt, eventuell unmöglich gemacht und so die regionale Versorgung mit biologisch angebauten Lebensmitteln erheblich erschwert.

Aus dieser Vielzahl an Belastungen für die Umwelt und für Menschen und Natur lehnen wir als Naturschutzverbände die Änderung des Bauleitplans Fürkeltrath I ab.

Helmut Sang
NABU
Stadtverband Solingen
Maria Schulz
BUND
Kreisgruppe Solingen
Thomas Blos
RBN
Ortsverband Solingen

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