Gemeinsame Stellungnahme der Solinger Naturschutzverbände NABU, RBN und BUND zur Notwendigkeit der Schließung von Freibädern in Solingen
8.3.2006
Die Solinger Naturschutzverbände schalten sich in die aktuelle Diskussion um die Schließung von Solinger Freibädern mit einer eigenen Stellungnahme ein:
Sie appellieren eindringlich an die politischen Parteien und an die kommunal Verantwortung tragenden Mandatsträger eine für den Bürger zumutbare und für den Naturschutz weit reichende Entscheidung zu treffen.
Nach Meinung der Naturschutzverbände (RBN, BUND, NABU) sollten die Bäder Schellbergtal (für die südöstlichen Stadtteile) und das Ittertal (für das nordwestliche Stadtgebiet) erhalten bleiben. Die Zeit sei jedoch nunmehr reif, das Heidebad zu schließen.Im Einzelnen möchten wir hier noch einmal die Argumente zusammenstellen, die aus unserer Sicht für eine solche Lösung sprechen:
- Die Ohligser Heide ist ein Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet von überregionaler Bedeutung: Es konnten dort mehr als 350 Pflanzenarten, 100 Vogelarten, 22 Libellenarten und drei vom Aussterben bedrohte Fledermausarten nachgewiesen werden.
- Typische Moorpflanzen wie die Moorlilie, der Sonnentau, der Gagelstrauch und das Wollgras haben sich in ihrem Vorkommen stabilisiert, d.h. die begonnen Renaturierungsmaßnahmen würden aber ohne die Herausnahme des Heidebades unvollständig bleiben..
- Wieder großflächig entstandene typische Heideflächen, gepflegt auf umweltfreundliche Art mit Moorschnucken, sind (auch optisch) eine Bereicherung für den Erholung suchenden und Stress geplagten Bürger von heute. In den Sommermonaten wird das Naturschutzgebiet durch Lärmemissionen und Vermüllung der Badegäste stark beeinträchtigt.
- Die durch den Bau des Heidebades künstlich notwendig gewordene Umlegung des Heidebaches könnte bei Schließung des Heidebades wieder rückgängig gemacht werden.
- Auch das Mieland-Gutachten (1978) und das Gutachten von Schall (1986) sprachen sich eindeutig für die Herausnahme des Heidebades aus dem Kernbereich des Naturschutzgebietes aus.
- Die Verbände sind der Meinung, dass der Reparaturstau im Heidebad und die damit verbunden Kosten zeigen: Die Zeit für eine Schließung ist reif.
- Keinesfalls sollte das Bad in ein Naturbad ungestaltet werden, wie die BfS vorgeschlagen hat. Dies würde den jetzigen unbefriedigenden Zustand auf Jahre hinaus zementieren.
- Erinnern wollen wir auch daran, dass für die Ohligser Bürger Freibäder wie das in Hilden oder das Bad Ittertal in erreichbarer Nähe sind und somit gut auf das Heidebad verzichtet werden könnte.
Enrique Pless im Auftrag der drei Naturschutzverbände.




