Stellungnahme der Solinger Naturschutzverbände RBN, NABU und BUND zur wasserrechtlichen Plangenehmigung Brückenpark Müngsten
3.6.2005
Zunächst verweisen wir auf unsere in der Stellungnahme vom 23.9.04 vorgebrachten Bedenken und Anregungen, die weiter gelten.
Änderungsmaßnahmen in einem FFH-Gebiet dürfen nicht zu einer Verschlechterung der Situation für die Natur führen (Verschlechterungsgebot). Es gibt nach wie vor einige Bedenken, von unserer Seite, dass dies eintreten könnte.
Zunächst sind wir verwundert darüber, dass die Ergebnisse und Anforderungen der FFH-Verträglichkeitsprüfung nicht Teil des wasserrechtlichen Planungsverfahrens sind. Es wird lediglich die Durchführung dieses Verfahrens angegeben.
Uferlinie
Die Gestaltung der Uferlinie mit Grauwacke- Blöcken erscheint uns nur bei einer ausreichenden Bepflanzung mit standortgerechten Gehölzen (Erlen, Weiden), tragbar. Durch die Beseitigung des vorhandenen Gehölzstreifens ist es zu einem Wegfall von Lebensraum für Vögel gekommen. Auch ein Sichtschutz fehlt jetzt über weite Strecken. Angaben darüber, wie viele Weiden und Erlen gepflanzt werden sollen, fehlen im Text. Die in der Karte (Anl.4) geplanten inselartigen Anpflanzungen erscheinen uns nicht ausreichend.
Nachdem sich in der Wupper das Reiten im Fluss zur Gewohnheit entwickelt hat, erscheinen uns die beiden Strände als ideale Einstiegsstellen für einen Ritt im Wasser. Hier sollten Schilder auf das Verbot und die Schutzbedürftigkeit des Wuppergerölls hinweisen.
Die vorgesehenen 5 Stege und 2 „Strände“ zusammen mit der breiten Treppe im Dorf gewährleisten unserer Meinung nach nicht die beabsichtigte Beruhigung der Wupper durch Besucherlenkung. Insgesamt gab es vorher zwei Zugangsmöglichkeiten zur Wupper, die ansonsten von dichtem Strauchwerk verdeckt war. Die jetzige Öffnung ist demgegenüber eine deutliche Verschlechterung insbesondere für Vögel wie den Eisvogel und die Wasseramsel. Hier sollte überlegt werden, zumindest einen der Stege, etwa den in Brückennähe wegzulassen.
Über die vorgesehenen Maßnahmen , die während der Bauzeit die Eintrübung der Wupper verhindern sollen, werden keine Angaben gemacht. Sind hier Spundwände vorgesehen? Können sie vom Ufer eingebaut werden und mit welchen Beeinträchtigungen ist dies verbunden?
Schollen
Wir begrüßen es, dass unsere Anregung, verschiedene Wiesentypen anzulegen, aufgegriffen wurde. Auch die Beschaffung des Saatgutes von naheliegenden Wiesen finden wir sehr positiv. Leider sind in der vorliegenden Planung keine Angaben darüber gemacht, wie diese Idee umgesetzt werden soll, d.h. in welchem Verhältnis Rasenflächen und naturnahere Wiesen zueinander stehen und wo sie im einzelnen angelegt werden sollen. Dies wäre für eine Stellungnahme aber nötig.
Entwässerung
Die vorerst geplante Entwässerung durch einen „rollenden Kanal“ darf unserer Meinung nach wirklich nur eine Übergangslösung sein, da dauerhaft die Verkehrsbelastung durch die zum Abtransport notwendigen LKW eine zu hohe Umweltbelastung darstellt.
Naturschutzmaßnahmen
Den vielfältigen Eingriffen auf Solinger Stadtgebiet stehen als positive Wirkungen für die Natur nur die Beseitigung der Parkplätze gegenüber, (was insgesamt durch die Neuanlage auf Remscheider Stadtgebiet wieder aufgehoben ist). Wir vermissen in der Planung daher Maßnahmen, die eine wirkliche Verbesserung des Naturhaushaltes zur Folge haben. Hier ist an Steilwandbereiche als Nistplatz für den Eisvogel, zusätzliche Nistkästen für Wasseramseln oder Kästen für Fledermäuse zu denken.
Schwebefähre
Auch wenn die Schwebefähre nicht Gegenstand dieses Genehmigungsverfahrens ist, so ist einer der Karten zu entnehmen, dass sie im FFH-Gebiet und sehr nah an dem Feuchtgebiet des Dorperhofer Siefens geplant ist. Gegen eine solche Planung haben wir sehr große Bedenken.
Insgesamt fehlen uns zu einer sachgerechten Stellungnahme an verschiedenen Stellen genauere Angaben, etwa Pflanzpläne am Ufer oder genauere Angaben zu der vorgesehenen Wiesenstrukturierung und Angaben zum temporären Uferverbau gegen den Sedimenteintrag.
Mit freundlichem Gruß
Helmut Sang NABU Ortsverband Solingen
Thomas Blos RBN Ortsverband Solingen
Sibylle Hauke BUND Kreisgruppe Solingen




