Stellungnahme der Solinger Naturschutzverbände BUND, NABU und RBN zu der Planung des Wandererlebnisweges
26.5.2005
Grundsätzlich haben wir keine schwerwiegenden Einwände gegen die vorliegende Planung, möchten aber einige Bedenken und Anmerkungen äußern. Dabei gehen wir vorwiegend auf die Planungen im Bereich der Stadt Solingen ein.
Kinderweichen
und andere Einrichtungen, die zum Verlassen der Wege auffordern, sollten nur an solchen Stellen angelegt werden, wo die Struktur und Vegetation nicht besonders störanfällig sind oder Baumwurzeln in größerem Ausmaß betroffen sind. (Die Abbildung im Anhang zu Pkt. 48 ist genau eine solche von der Struktur her interessante Stelle, die sich für ein gelenktes Verlassen des Weges unseren Erachtens nicht empfiehlt.)
Schriften an Steinen
sollten nur an solchen Felsen angebracht werden, die nicht für die Geologie als Zeugnisse wichtig sind und dann in einer Form, die sich wieder (relativ) spurlos entfernen lässt. Dies sollte auch von einem Geologen überprüft werden. Auch biologisch besonders interessante Felsformationen, etwa mit Moos, Farnen, Flechten bewachsene Strukturen, dürfen nicht durch Schriften verändert werden.
Wiesenkotten
Hier bleibt unklar, was mit „Herrichten der Außengastronomie“ gemeint ist. Ganz entschieden wenden wir uns gegen zusätzliche Versiegelungen, Begradigungen des Geländes oder sonstige Veränderung in der äußeren Gestaltung , wie etwa Kies statt Wiese o.ä. Solche Veränderungen sind unseren Erachtens unter Naturschutzgesichtspunkten nicht zu vertreten. (Außerdem liegt der Reiz dieses Lokals gerade in seiner Unvollkommenheit und Ursprünglichkeit; wer es konventioneller will, trinkt eben in Unterburg Kaffee!)
Herrichten der Wege
Hier sollten nur die Maßnahmen durchgeführt werden, die zur Sicherung unbedingt notwendig sind, etwa eine Erneuerung des Geländers. Anstehendes Gestein auf dem Weg darf nicht abgetragen werden, es trägt zum Reiz dieses Weges und zum Naturerleben bei.
Naturschutz
Leider sieht die Planung (zumindest im Solinger Bereich) keinerlei Verbesserungen für den Naturhaushalt vor. Vielleicht ist es möglich, an geeigneten ruhigen Stellen Nistkästen für die Wasseramsel anzubringen oder eine zusätzliche Steilwand für den Eisvogel einzurichten(dies nur in Absprache mit der Biologischen Station).
Mit freundlichem Gruß
Helmut Sang NABU Ortsverband Solingen
Thomas Blos RBN Ortsverband Solingen
Sibylle Hauke BUND Kreisgruppe Solingen




