Kritische Fragen, Überlegungen und Anregungen zu den Planungen „Müngstener Brückenpark“
10.12.2003
(1) Die geplanten Veränderungen im Uferbereich bergen die Gefahr eines möglichen Eingriffs in das FFH-Gebiet, da der Uferbereich untrennbar zur Wupper gehört. Eine Zurücknahme der Uferkante beseitigt u.a. die gesamte bestehende Ufervegetation im Planungsbereich. Auch wenn das Ufer z.Zt. streckenweise nicht naturnah ausgebildet ist, so besteht doch die Gefahr eines erheblichen Eingriffs. Sind dessen Folgen neutral, positiv oder negativ zu werten?
(2) Welche Auswirkungen hat die Uferneugestaltung für Laichplätze von Fischen, die im dem Ufer direkt vorgelagerten Kies zu vermuten sind?
(3) Welche Konsequenzen ergeben sich aus der fast völligen Entfernung der Ufergehölze? Deren Gestaltung ist momentan sicher nicht besonders natürlich (aufgeschütteter Wall, nicht standortgerechte Ziergehölze). Die Sträucher sind aber eine Abschirmung der Wupper gegen den Besucherverkehr und beruhigen damit das Gewässer, so dass insbesondere Vögel (Reiher u.a.) relativ ungestört sind. Wie verändern die nach Planung an mehreren Stellen betretbaren Ufer die augenblickliche Situation?
(4) Ist die geplante „Strandgestaltung“ , also der Uferbereich, der als Liegefläche o.ä. ausgebildet werden soll, FFH-verträglich? Falls dabei an eine Anschüttung von Sand gedacht ist, welche Auswirkungen hat das auf das Gewässer? Die gleiche Fragestellung gilt für das möglicherweise zur Ufersicherung zu verwendende Gesteinsmaterial. Wird hier heimisches, der Geologie des Standortes entsprechendes Material verwandt?
(5) Den Planungen ist noch nicht zu entnehmen, wie die Wiesenflächen gestaltet werden sollen. Hier wäre es aus Naturschutz-Sicht wünschenswert, möglichst vielfältige Biotope zu schaffen. So wäre z.B. die Ausbildung feuchter Wiesenbereiche in der Nähe des am Ende in die Wupper mündenden Baches denkbar. Ein Teil der geschotterten Parkplatzflächen könnte auch, mit einem geeigneten nährstoffarmen Substrat vermischt, als blütenreiche Ruderalfläche ausgebildet werden. Eine häufiger gemähte Wiese kann als Liegewiese genutzt werden, während eine seltener geschnittene Wiese bei nährstoffarmem Boden eine blühende Sommerwiese ergeben könnte.
(6) Unbedingt notwendig ist der Erhalt großer Bäume und markanter Baumgruppen im gesamten Planungsbereich.
Mit freundlichen Grüßen
Sibylle Hauke




