Chance für die Region Wuppertal-Remscheid-Solingen nutzen: Gemeinsamen Betreuungsvertrag mit der Biologischen Station Mittlere Wupper abschließen!
Die vier Umwelt- und Naturschutzverbände
* Arbeitskreis Fiedertierschutz Solingen (AKFSG)
* Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND)
* Naturschutzbund Deutschland (NABU) und
* Bergischer Naturschutzverein (RBN)
sind bestürzt über die Absicht der Ratsmehrheit, ab Oktober keine weiteren finanziellen Mittel für die Biologische Station Mittlere Wupper bereitzustellen.
Die Arbeit der Biologischen Station Mittlere Wupper hat sich seit ihrem Bestehen in hohem Maße bewährt. Die Bezirksregierung Düsseldorf, die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten, die Stadt Solingen und nicht zuletzt die Naturschutzverbände schätzen die fachlich qualifizierte und effektive Arbeit der Biologen. Mit geringen Finanzmitteln schaffte es die Station in nur zwei Jahren, einen qualitativen Standard bei der wissenschaftlichen Betreuung von Naturschutzgebieten zu setzen, mit dem sie in der vordersten Reihe des landesweiten Netzes der fast 40 Biologischen Stationen steht. Möglich ist dies durch den hohen Einsatz und die hohe Motivation der Mitarbeiter, die in 1998 statt der bezahlten 2250 Stunden über 3400 Stunden leisteten und in 1999 sogar über 3700 Arbeitsstunden nachwiesen. Damit wird Regierungspräsident Büssow bestätigt, der bei seinem Besuch im vergangenen Jahr “die Fülle der im ersten Jahr erarbeiteten naturfachlichen Ergebnisse” als Beleg dafür ansah, “daß die von der Bezirksregierung unterstützte Philosophie, ein landesweites Netz Biologischer Stationen zur kompetenten Betreuung und Entwicklung wertvoller Naturräume aufzubauen, voll aufgeht”, und der Biostation “beachtliche Arbeit” bescheinigte. Zusätz1ich ist die Station zu der zentralen Anlauf~ und Koordinationsstelle für die ehrenamtliche Arbeit der Umwelt- und Naturschutzverbände geworden.
Nun besteht die einmalige Möglichkeit, die Arbeit der Biologischen Station Mittlere Wupper im Rahmen eines neuen Vertrages ab Oktober auf das Bergische Städtedreieck Wuppertal-Remscheid-Solingen auszudehnen. Die Vertragsverhandlungen zwischen den drei Städten und dem Trägerverein stehen kurz vor dem Abschluß. Unterstützt wird dieses Ziel zudem von zahlreichen Wuppertaler und Remscheider Umwelt- und Naturschutzverbänden. Da der bergische Naturraum nicht an der Stadtgrenze aufhört, ist dies nicht nur naturfachlich sinnvoll, sondern die Biologische Station Mittlere Wupper ist auch ein handfestes Modell für die Regionale 2006. Schließlich ist die gemeinsame Biologische Station Mittlere Wupper auch von finanziellem Vorteil für die Stadt Solingen: Beträgt der städtische Zuschuß bislang 40.000 DM jährlich, so würde der finanzielle Anteil der Stadt Solingen zukünftig nur noch 15.333 DM betragen.
Die Natur- und Umweltschutzverbände können sich daher die Absicht der Ratsmehrheit, ab Oktober keine weiteren finanziellen Mittel für die Biologische Station Mittlere Wupper bereitzustellen, nur auf Grundlage eines Informationsdefizits erklären. Obwohl sich der Trägerverein der Biologischen Station seit einem Jahr um ein Gespräch mit dem Fraktionsvorsitzenden der CDU bemüht, kam bislang leider noch kein Gespräch zustande. Die Verbände begrüßen jedoch die Aussage der CDU und der FDP, bei Vorlage eines gemeinsamen Vertragstextes der drei bergischen Städte und des Trägervereins der Biologischen Station über die Fortführung der Biologischen Station nachzudenken. AKFSG, BUND, NABU und RBN sind optimistisch, daß die große Chance einer gemeinsamen Biologischen Station Mittlere Wupper für Solingen, das Bergische Land und die Regionale von der Politik erkannt und genutzt wird.
Solingen, im April 2000




